Ein schmerzlicher Abschied
Nach 42 Jahren intensiver, engagierter und erfolgreicher Zusammenarbeit müssen wir unsere langjährige Partnerschaft mit der Ecole Professionnelle de Wamba-Luadi – Menuiserie & Charpenterie leider zum Ende des Jahres 2025 beenden.
Neben unserer Schule waren die Schweizer Mission 21 in Basel und die CEK (Evangelische Kirche im Kwango) wichtige Akteure in der Partnerschaft. Der Kwango ist eine Region im Südwesten des Kongo, in der sich die Partnerschule befindet. Diese beiden Partner haben in dieser Region verschiedene Projekte im Bereich Gesundheit, Bildung & Agrartechnik betrieben – darunter die Schule in Wamba-Luadi.
Das Ende der Partnerschaft liegt in dem Ende der Zusammenarbeit von Mission 21 und der CEK begründet. Diese Entscheidung erfolgt aus Gründen, die außerhalb unseres Einflussbereichs liegen und die wir trotz intensiver Bemühungen nicht abwenden konnten. Ohne diese Partnerschaft sehen wir keine Möglichkeit für eine zuverlässige und nachhaltige Fortführung der Aktivitäten.
Dankbarkeit und Zukunft
Mit großem Bedauern, aber auch mit tiefer Dankbarkeit blicken wir auf ein Projekt zurück, das Generationen junger Menschen unterstützt und geprägt hat – und das über vier Jahrzehnte hinweg ein lebendiges Beispiel für gelebte internationale Zusammenarbeit war.
Auch an der PMHS stellen wir fest, dass das Engagement unsere Schülerinnen und Schüler mitgeprägt hat. Daher wollen wir über den dankbaren Rückblick hinaus auch positiv in die Zukunft schauen und arbeiten an neuen Möglichkeiten, unseren Auszubildenden einen Blick über den Tellerrand zu ermöglichen. Es bahnt sich eine neue Partnerschaft mit einer anderen Berufsschule in Afrika an.
Jahre
Werkzeugkoffer
Rückblick auf das Projekt
Ausbildung für eine selbstbestimmte Zukunft
Im afrikanischen Dorf Wamba-Luadi werden seit Jahrzehnten junge Frauen und Männer in drei Klassen zu Schreinern und Zimmerleuten ausgebildet. Seit 1983 unterstützte die PMHS Nürtingen die berufliche Schule vor Ort.
Ein zentrales Element war die Ausstattung mit einem vollständigen Handwerks-Werkzeugsatz. Diese Hilfe zur Selbsthilfe verhinderte zugleich, dass junge Menschen in die Elendsviertel von Kinshasa abwandern mussten. Ein Werkzeugkoffer kostete rund 1000 Euro, ergänzt durch in der PMHS gefertigte Spezialwerkzeuge.
Wirkung vor Ort – Evaluation und Erfahrung
Existenzgründung & Einkommen
Die Evaluation zeigt: Unsere Absolventen kehren in ihre Dörfer zurück und gründen eigene Werkstätten. Durch die solide Ausbildung erhalten sie ausreichend Aufträge, um ihren Lebensunterhalt eigenständig zu sichern.
Sichere Zukunft
Das Handwerk bietet ihnen eine echte Perspektive abseits der Elendsviertel der Großstädte.
Regionaler Aufbau
Die Handwerker fertigen Möbel, renovieren Schulen und bauen Häuser. Sie sind der Motor für die Entwicklung in der gesamten Kwango-Region.
Hohes Ansehen
In ihren Gemeinden genießen sie hohes Ansehen. Sie bilden oft selbst wieder junge Menschen aus und geben ihr Wissen weiter.
Ein Blick auf das Land
Die DR Kongo ist flächenmäßig siebenmal so groß wie Deutschland. In der herausfordernden Kwango-Region war die Schule in Wamba-Luadi über Jahrzehnte ein seltener Ankerpunkt der Stabilität.
Dank der Kooperation konnte der Schulbetrieb selbst in politisch schwierigen Zeiten konstant aufrechterhalten werden – ein Erfolg, der nur durch die enge Zusammenarbeit vor Ort möglich war.
Finanzierung des Projekts
Getragen wurde die Partnerschaft durch das großartige Engagement der gesamten Schulgemeinschaft der PMHS Nürtingen:
Organisation & Partnerschaft
In enger Zusammenarbeit mit mission 21 sorgte die PMHS dafür, dass Hilfe dort ankam, wo sie gebraucht wurde:
- Sicherung der Lehrergehälter
- Export von Qualitätswerkzeugen
- Finanzierung von Wiederaufforstungsprojekten
Wir danken allen Partnern für die jahrzehntelange verlässliche Zusammenarbeit.
Dank und Abschied – Ein bleibendes Vermächtnis
Die Wirkung der vergangenen 42 Jahre – Generationen von Handwerkern und unzählige positive Entwicklungen – wird bestehen bleiben, auch wenn das Projekt nun endet. Ein herzliches Dankeschön an alle Wegbegleiter.





